Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg e.V.  
     
   
 

Mai Exkursion 2017 zur Heuneburg

Leitung: Gisela Mahnkopf

Seit 1923 wird die Heuneburg, ein frühkeltischer Fürstensitz an der Donau bei Hundersingen archäologisch erforscht, ab den 1950er Jahren durch systematische Forschungsgrabungen der Universitäten von Tübingen, Marburg und Frankfurt. So ist der Forschungsstand in den letzten Jahren ständig ergänzt und verbessert worden.

Ein Highlight der regelmäßig zum 1. Mai durchgeführten archäologischen Exkursionen des Arbeitskreises für Vor – und Frühgeschichte war vorab der Besuch der bisher den Mitgliedern nicht bekannten "Alten Burg", einer hallstattzeitlichen befestigten Anlage bei Langenenslingen.

Das 9 km von der Heuneburg entfernte Geländedenkmal liegt auf 695m Höhe auf einem Bergsporn. Mit 340m Länge und 55 – 65m Breite ist es um ein mehrfaches größer als die Heuneburg. Die durch imposante Wälle und Gräben geschützte Anlage wird seit einigen Jahren im Rahmen eines DFG Forschungsprojektes untersucht.

Staunend lauschen die leider von Regen und Wind gebeutelten Exkursionsteilnehmer den fachkundigen Erklärungen der Archäologin Sabine Hagmann, die den ganzen Tag führte. (Bild 1)

Besonders spannend die Erklärungen von Frau Hagmann zu einem Schachtgrab auf einer mit Kalkbruchsteinen errichteten Erhöhung, dem sogenannten „Grabhügel“ (Bild 2).

Dort wurden bei einer 1894 stattgefundenen Ausgrabung 6 übereinander liegende menschliche Skelette gefunden in einem 5m tiefen Schacht. Da die Knochen und Grabbeigaben verschollen waren, entschloß man sich 2006/2007 zu einer erneuten Ausgrabung des verfüllten Schachtes. Dabei wurden weitere menschliche Überreste und Funde entdeckt, die mit Hilfe der Radiokarbonmethode in die späte Hallstattzeit (700 – 500 v.Chr.) und in die mittlere Latènezeit (500 – 200 v. Chr.) eingeordnet werden konnten.

Die Wissenschaftler interpretieren die Fundstelle als kultischen Ort, der über mehrere Jahrhunderte als Opferschacht benutzt wurde. Eine Überraschung bildete die Auffindung massiver Trockenmauern aus Kalksteinen, die große Probleme bei der Bergung bereiteten (Bild 3). Der Bergsporn war von einem 5m tiefen Graben umgeben.

Im W, S und O des Geländesporns fällt das Gelände steil ab, im NO ist die Anlage durch einen von der Sohle bis zur Wallkrone 12m messenden Hauptwall abgeriegelt (Bild 5).

Nach dem Besuch der Alten Burg ging es zum Tagesziel, der Heuneburg. Wie in Bayern am Auerberg, haben sich in Baden Württemberg Generationen von Archäologen mit der Erforschung des keltischen Fürstensitzes beschäftigt, darunter viele, die „Archäologiegeschichte“ geschrieben haben.

Skizzen Heuneburg 1924 und Grabhügel 1937 von Goessler Vergrößern Bild 6: Unter der Zeitstufe Hallstattzeit zeigte Goessler 1924 einen Plan der Heuneburg und den 1937 ausgegrabenen Grabhügel des Heuneburgfürsten, den 13m hohen „Hohmichele“, den Goessler noch ungestört in Originalhöhe bewundern konnte

Zu nennen wären Peter Goessler, Gerhard Bersu (Einteilung der Zeitstufen der Bronzezeit), Kurt Bittel (Erforschung der Hauptstadt der Hethither Hattusa), Wolfgang Kimmig (Fürstengrab von Hochdorf), Wolfgang Gersbach um nur einige zu nennen. Einer der Urväter der württembergischen Archäologie Peter Goessler veröffentlichte bereits 1923 einen Urgeschichteatlas, in dem er die Heuneburg aufführte (Bild 6).

Die Heuneburg wurde um die Mitte des 5. Jhdt. v. Chr. errichtet, Forscher meinen, die von Herodot als keltische Stadt Pyrene bezeichnete Stadt zu erkennen. Daß sie eine mehrphasige Befestigung besitzt und eine mit Türmen versehene Lehmziegelmauer besaß, erkannte als Erster Kurt Bittel (Bild 7).

Auf dem Burgplateau des Fürstensitzes ist heute ein Freilichtmuseum angelegt und die alte Lehmmauer mit den dazwischen liegenden Bastionstürmen wieder aufgebaut (Bild 8). Im Bereich der Vorburg finden im Moment neue Ausgrabungen statt (Siehe Grabungszelt, Bild 9).

Die günstige Lage an der Donau als Wasserstraße war ausschlaggebend für die Entstehung von Handel und Verkehr. Die Keltenfürsten hatten Kontakte bis in den Mittelmeerraum, was durch Funde griechischer Keramik nachgewiesen wurde. Die Heuneburg war auch ein Zentrum für Keramikherstellung, die im Keltenmuseum auf dem Freilichtgelände bewundert werden konnte (Bild 10).

Bild 10: Typische Hallstattkeramik aus der Heuneburg im Museum Vergrößern Bild 10: Typische Hallstattkeramik aus der Heuneburg im Museum

Die Blütezeit der Heuneburg dauerte von 620 – 450 v. Chr. Dann wurde die Stadt durch Brand zerstört. Im Mittelalter wurde sie im 9. – 10. Jahrhundert auf Grund ihrer günstigen Lage wieder befestigt als ungarnzeitliche Fliehburg.

Im Umfeld der Heuneburg gibt es zahreiche Grabhügel, der höchste davon war der nach seiner Ausgrabung 1937 wieder aufgeschüttete „Hohmichele“, mit 13m Höhe und 80m Ø der größte Grabhügel Mitteleuropas.

Bei anhaltendem Regen aus dem Bus photographiert, der Hohmichele in einem Waldstück. Eine Meisterleistung unseres Busfahrers, der engste Waldwege passieren musste (Bild 11).

Den Abschluß unserer Exkursion bildete der traditionelle kleine Umtrunk auf einem alten Gutshof, wo wir uns von unserer ganztägigen Begleiterin Frau Hagmann für die gelungen Führung bedanken und verabschieden konnten.

Text und Bilder: Udo Gruber

Mai Exkursion 2016 nach Straubing und zum Bogenberg

Leitung: Gisela Mahnkopf

Unsere Fahrt mit dem großen Reisebus führt direkt nach Straubing-Bogen, wo schon von Ferne der markante Bergrücken mit dem Kirchturm vom Bogenberg hoch über dem Tal der Donau zu sehen ist. Vor 800 Jahren war der Bogenberg die Heimat der Grafen von Bogen, eines bedeutenden bayerischen Adelsgeschlechtes. Sie gelten als die „Erfinder“ des weiß-blauen Rautenmusters auf Wappen und Fahne der Bayern!

Weiß-blaues Rautenwappen Vergrößern Weiß-blaues Rautenwappen
Nach der Besichtigung der Wallfahrtskirche nehmen wir an einer Führung durch das kleine Kreismuseum teil. Hier kann man alles, aber auch wirklich alles, über das weiß-blaue Rautenwappen erfahren. Eigentlich muss es silber-blau heißen und soll exakt 21 Rauten haben, lernen wir dort!

Der Bogenberg ist jedoch im Verlauf seiner Geschichte schon seit der Jungsteinzeit Träger verschiedener Funktionen und Bedeutungen gewesen: Mittelpunkt einer vorgeschichtlichen Siedlung, heidnische Kultstätte, im Mittelalter Sitz eines Adelsgeschlechtes und christlicher Wallfahrtsort. Einige Abschnitte des bronzezeitlichen Walles sind noch gut erhalten.

Nach diesem Abstecher in die Bronzezeit lassen wir uns unser Mittagessen in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ auf dem Bogenberg schmecken und genießen den Blick in das weite Tal der Donau.

Der Nachmittag gehört dem Gäubodenmuseum in Straubing. Die niederbayerische Region mit den fruchtbaren Böden ist überaus reich an Zeugnissen aus allen vorgeschichtlichen Epochen. In der neu gestalteten Dauerausstellung werden einzigartige Fundstücke aus der Römerzeit präsentiert. Wir haben wie immer viel zu wenig Zeit um alle Exponate gebührend bewundern zu können.

Noch weiter in die Vergangenheit tauchen wir ein bei der Besichtigung der Rekonstruktion eines typischen Hauses aus der Zeit der Linearbandkultur etwa um 5500 v. Chr. auf dem Gelände des Straubinger Tiergartens.

Erhaltung der Hausrekonstruktion Vergrößern Erhaltung der Hausrekonstruktion
Hausrekonstruktion, Linearbandkeramische Kultur Vergrößern Rekonstruktion eines Hauses aus der Linearbandkeramischen Kultur
Hier werden auch die Probleme sehr deutlich, die mit der Erhaltung solcher Häuser einhergehen: tragende Holzstützen, die im feuchten Erdreich wegfaulen und aufwändig repariert oder ersetzt werden müssen. Schwierigkeiten, mit denen vermutlich aber auch unserer Vorfahren zu kämpfen hatten!

Mai Exkursion 2015 nach Weißenburg Bay. - Ruffenhofen

Leitung: Gisela Mahnkopf

Das „römische Weißenburg“ war das erste Ziel der Exkursion 2015, die uns diesmal nach Norden führte. Wir spazierten durch das Kastell aus dem 1. bzw. 2. Jahrhundert n. Chr. mit seinem rekonstruierten Nordtor zu den Großen Thermen.

Steinerne Rinne bei Wolfsbronn Vergrößern Steinerne Rinne bei Wolfsbronn
Diese Badanlage wird als eines der größten römischen Bauwerke in Süddeutschland bezeichnet. Hier nahmen wir ab 10.30 Uhr an einer Führung teil.

Auf der Strecke liegt eine geologische Besonderheit: die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn, eine 130 m lange und bis zu 160 cm hohe, natürlich gewachsene, aber leider inzwischen auch teilweise zerstörte Kalktuffrinne.

Es ging weiter zu einem kleinen Fotostopp an der Gelben Bürg, ein dem Hahnenkamm vorgelagerter Bergkegel mit steilen Hängen. Die seit dem Neolithikum besiedelte und in prähistorischer Zeit durch Wallanlagen geschützte Höhe trug in der Spätlatènezeit ein keltisches Oppidum und wurde vermutlich auch in römischer Zeit benutzt. Funde aus dem 3. bis 8. Jahrhundert n. Chr. zeigen die Bedeutung dieses Platzes auch noch im Frühmittelalter an.

An der mittelfränkischen Schlossanlage Spielberg vorbei fuhren wir weiter nach Gnotzheim zum Mittagessen um 13.00 Uhr im Gasthof Sorg.

Aufbruch war um 14.30 Uhr und nun führte unsere Route zum Hesselberg bei Ehingen. Älteste Funde stammen aus dem Mesolithikum und sind 10.000 Jahre alt. Die Wallanlage ist aus der Bronze- und Urnenfelderzeit und in der jüngsten, nationalsozialistischen Zeit wurde der Berg als Heiliger Berg der Franken missbraucht.

Auf der Ringwallanlage Gelbe Bürg Vergrößern Auf der Ringwallanlage Gelbe Bürg
Bald machten wir uns wieder auf den Weg und erreichten das ganz moderne Limeseum. In zwei Gruppen ließen wir uns erst im Museum die wichtigsten Dinge erläutern und zeigen, um dann noch ausreichend Zeit zu haben für den Spaziergang durch die Außenanlagen, bis wir um 17:00 Uhr unseren Bus wieder erreichten.

Mai Exkursion 2012 ins westliche Ries

Leitung: Gisela Mahnkopf

Unsere Exkursion führte uns ins westliche Ries: ein kleiner Fotostopp beim Burgstall der Ministerialen von Hochstein, weiter in kurviger Fahrt durch das malerische Kesseltal zum Michelsberg mit seinen vorgeschichtlichen und mittelalterlichen Wällen und dem Hanseles Hohl.

Burg Niederhaus Vergrößern Burg Niederhaus

Nahe Hürnheim wanderten wir bei schönem Wetter ca. 1,5 km auf dem Höhenrücken von der Reismühle zur staufischen Burgruine Niederhaus, die wir auch genauer erkundeten. Am Ende des Kartäusertals, zu Füssen des Weiherberges mit seinem ungarnzeitlichen Refugium, liegt der Weiler Christgarten und die Ruinen des ehemaligen Kartäuserklosters aus dem 14. Jahrhundert. Wir wurden dort zu einer kleinen Führung erwartet und sahen uns bald animiert zum Chorgesang in der überragend tollen Akkustik der Kirche.

Das Museum im Seelhaus in Bopfingen war unser nächstes Ziel. Hier werden die Funde vom keltischen Fürstensitz auf dem Ipf gezeigt, aber auch Sehenswertes zur Stadtgeschichte. Auf jeden Fall wurden wir dort richtig eingestimmt, um dann gemeinsam den markanten Berg zu erklimmen, der als östlichster Zeugenberg der Schwäbischen Alb schon weithin sichtbar über der freien Reichstadt Bopfingen thront. Dieser Berg war seit Jahrtausenden ein wichtiger Schauplatz der Geschichte. Er gehört mit seinen großen Wallanlagen zu den „Frühkeltischen Fürstensitzen“ Mitteleuropas.

Zum Abschluss der Exkursion musste natürlich auch ein Besuch der Ofnethöhlen auf dem Programm stehen.

Mai Exkursion 2011 ins Oberallgäu

Leitung: Gisela Mahnkopf

Burg Sulzberg gilt als die größte Ruinenanlage des Oberallgäus. Mit mächtigem Bergfried erhebt sich diese weitläufige Burg aus dem 12. Jahrhundert über dem Tal. Im kleinen Museum veranschaulichten viele Modellen die Geschichte der Burg.

Nach kurzer Fahrt erreichte unser Bus dann das Allgäuer Burgenmuseum auf der Burghalde in Kempten, wo die Teilnehmer schon zu einer Führung erwartet wurden und sich in die Welt der Ritter, Dienstmannen und Burgvögte entführen ließen. Hinunter in die Frühgeschichte Kemptens steigt man beim Besuch des neugestalteten Schauraumes der Erasmuskapelle auf dem Platz vor der Kirche St. Mang, der die Besucher durch seine „sprechenden Mauern„ beeindruckt.

In der Umgebung Kemptens ist die Anwesenheit der Römer vielfach belegt. In Ahegg führte unser Weg an einer alten Mühle vorbei zu einem römischen Burgus mit noch original erhaltenem aufgehendem Mauerwerk und bei Buchenberg besichtigten die Exkursionsteilnehmer eine römische Felsgeleise-Straße.

 
Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte
im Heimatverein für den Landkreis Augsburg e.V.
Augsburger Straße 24
Umweltzentrum
86420 Diedorf - Kreppen