Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg e.V.  
     
   
 

Römer und Steinzeitgarten

Unser laufendes Projekt:
Das Anlegen eines Steinzeit- und eines Römergartens

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In der Erde graben bedeutet nicht nur, Relikte der Vergangenheit zu bergen. Die Mitglieder des Arbeitskreises möchten eine Brücke schlagen zwischen längst vergangenen Zeiten und dem modernen Heute. Dazu haben wir in den letzten Monaten viele Informationen und manch seltenes Saatgut zusammengetragen, um für uns und für jeden interessierten Besucher einen kleinen Einblick in die Pflanzenwelt der Steinzeit und der Römerzeit zu schaffen.

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Welche Getreidesorten haben unsere Vorfahren in der Steinzeit eigentlich schon auf ihren Tellern gehabt? Mit welchen Pflanzen konnten sie ihre Kleidung bunt einfärben? Und welche Gemüse- und Kräuterpflanzen kannten bereits die Römer und sind bis heute auf unseren Tischen zu finden?

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Jeder, der einen Garten hat, weiß, wie aufwändig und zeitintensiv das Anlegen, Aussäen und Pflegen von Beeten ist. Aber wenn die ersten Pflänzchen sprießen, hat sich alle Mühe gelohnt.

Auch bei diesem Projekt freuen wir uns über engagierte Mitmacher, die uns gerne mit Rat & Tat zur Seite stehen können!

Unser Tipp

Wer Freude am Nachkochen leckerer Rezepte aus historischen Zeiten hat, dem sei die Seite Götterspeise - Eine kulinarische Reise durch die Zeit empfohlen. Überlieferte Rezepte werden praktisch in der heimischen Küche ausprobiert, vorgestellt und kommentiert.

Sumpfkreuzspinne im Archäologengarten

Sumpfkreuz- oder Erdbeerspinne Bild vergrößern

Araneus alsine lautet der wohlklingenden Name einer neu entdeckten Bewohnerin des Gartens bei der Kreppener Mühle. Es ist eine Sumpfkreuzspinne oder auch Erdbeerspinne, die sich deutlich von den normalen Kreuzspinnen durch ihre rotgefärbten Beinchen unterscheidet. Der kugelförmige Hinterkörper ist kräftig rot gefärbt und ist gesprenkelt mit zahlreichen gelblichweißen Pünktchen.

Christiane Chrobaczek leitet das Projekt "Archäologengarten" des Arbeitskreises. Sie hat die seltene Spinne entdeckt, die eine Webspinnenart aus der Gattung der Kreuzspinnen ist. Bundesweit ist die Erdbeerspinne Araneus alsine auf der Roten Liste in Stufe 3 „gefährdet“ aufgelistet.

Schmetterlingsraupe im Mühlengarten

Raupe des Schwalbenschwanz Bild vergrößern
SchwalbenschwanzSchwalbenschwanz

Der Steinzeit- und Römergarten entwickelt sich langsam zu einem Biotop für eine Vielzahl von Insekten. Auch gefährdete Arten finden dort wieder neuen Lebensraum.

So entdeckten Laura Sauer und Victor Chrobaczek, zwei junge Wissenschaftler von der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim, auf den Zweigen des Gewürzfenchels einige Raupen des mittlerweile auch in Bayern schon selten anzutreffenden Schwalbenschwanzes (Papilio machaon).

Diese Schmetterlingsart zählt in anderen Bundesländern bereits zu den bedrohten Arten (LFU, 2017). Der Schwalbenschwanz, der sich hauptsächlich von Doldenblütlern, wie den Wildformen von Möhre, Pastinake und Fenchel ernährt, ist auf Ackerflächen kaum noch anzutreffen und findet seine Nahrung jetzt vorwiegend in Nutzgärten (BUND.de).

Die im Römergarten angepflanzten Nutzpflanzen und Kräuter, u. a. Möhre, Pastinake, Dill, Fenchel sowie die Weinraute, eine der beliebtesten Gewürzkräuter der Römer (Apicius, De re coquinaria), bieten somit auch den geeigneten Lebensraum für bedrohte Insektenarten.

Lein

Flachsblüten Bild vergrößern

Lein, auch Flachs genannt, lat. "linum", ist eine 60 - 90 cm hohe, einjährige Pflanze, die zu den vielseitigsten Kulturpflanzen gehört.

Flachskapseln Bild vergrößern

Die Blüten sind leuchtend blau und bilden bis zur Ernte im Spätsommer/Herbst runde Kapseln aus, in denen je 8 bis 10 Samen sitzen. Diese Samen sind stark ölhaltig (bis zu 45%). Die Samen selbst werden als "Leinsamen" in der Heilkunde verwendet und sind als wahre "Nährstoffbomben" bekannt.

Das aus den Samen gewonnene Öl findet u.a. Verwendung als Speiseöl, Lampenöl, als Bindemittel von Farbpigmenten (Ölfarben) oder dient der ungiftigen Veredelung von Holzoberflächen.

Gerätschaften Bild vergrößern

Aus den Stängeln können Fasern herausgelöst werden, die verarbeitet, zu feinen Garnen versponnen und zu Stoffen verwebt werden (Leintuch, Leinwand, "Linnen"). Leinen gehörte zu den edlen Stoffen früherer Zeit, wirkt kühlend und wurde erst im Laufe des 19. Jh. durch Baumwolle verdrängt.

Verarbeitungsstufen Bild vergrößern

Lein ist eine der ältesten Kulturpflanzen und begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Ein Flachsanbau in Ägypten ist bereits vor mehr als 6.000 Jahren nachweisbar.

Die Pflanze wurde bereits in der Jungsteinzeit über das Mittelmeergebiet in die Region nördlich der Alpen eingeführt. Der eigentliche Ursprung ist nicht gesichert, wird aber im Orient vermutet. Neueste Forschungen deuten darauf hin, dass Flachsfasern in der Jungsteinzeit bereits verwebt wurden.

Die rauhe Schönheit aus dem Süden: der Borretsch

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Borretsch ist ein Kraut mit einem besonderen Geschmack: Beim Verzehr der ungewöhnlich behaarten ovalen Blätter muss man sofort an frische grüne Gurken denken. Daher wird der Borretsch, lateinisch Borago officinalis, in unseren Breiten auch Gurkenkraut genannt und ziert viele Bauern- und Klostergärten. Als einziger weiterer Vertreter der Rauhblattgewächse ist in Gärtnerkreisen noch der Natternkopf bekannt.

Bereits im römischen Reich war der Borretsch als gemüseähnliches Kraut zu Fisch und Eiergerichten sehr geschätzt. Wahrscheinlich ist es von Arabien über Spanien aus dem Mittelmeerraum bis zu uns gelangt. Vielleicht ist es aber auch mit den römischen Eroberungszügen über die Alpen nach Mitteleuropa gelangt. Heute wird Borretsch in Nordamerika und fast ganz Europa kultiviert.

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Die Borretschpflanzen lieben sonnige und nährstoffreiche Standorte und können hier eine Wuchshöhe von knapp einem Meter erreichen. Die hohlen Stengel sind stark verzweigt und tragen wechselseitig die zuerst samtigen und später stachelig-behaarten Blätter.

Auffällig sind vor allem die wunderschön leuchtendblauen Kronblätter, die man in den Monaten Mai bis September bewundern kann. Die jungen, noch geschlossenen Blüten sind dagegen rosafarben. Den Grund für den Farbwechsel vermutet man in einer Veränderung der sauren und basischen Inhaltsstoffe der Borretschpflanzen.

Die Bedeutung des Borretschs liegt weit mehr in der Verwendung als Küchenkraut denn als Heilmittel. Aufgrund verschiedener leberschädigender Alkaloide wird Borretsch in der westlichen Schulmedizin nicht eingesetzt und ist bei Kindern oder Schwangeren sogar schädlich. Auch die Volksmedizin empfiehlt die Zubereitung in getrockneter Form als Tee zeitlich nur sehr eng begrenzt.

In der Küche wird das Gurkenkraut gern in Füllungen und Saucen eingesetzt, da es einen frischen Geschmack in Mayonnaisen, Käse- und Eierspeisen bringt. Seine blauen Blüten bereichern jeden Salat und sind allein schon Medizin fürs Auge.

Quellen:
kraeuter-buch, Zugriff am 08.12.2015
ptaforum.pharmazeutische-zeitung, Zugriff am 08.12.2015

Thymian: Mehr als nur ein Pizza-Gewürz!

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Wer kennt ihn nicht, den würzig duftenden Thymian, dessen getrocknete Blättchen wir so gerne an italienische Gerichte, Fisch- und Fleischspeisen geben? Der mehrjährige Thymianstrauch lässt sich so vielseitig wie kaum ein anderes Küchenkraut verwenden. Bis heute werden seine Blüten und Blätter in der Naturmedizin vor allem gegen Erkrankungen der Atemwege und bei Husten eingesetzt. Sein bodenbedeckender dichter Wuchs mit den attraktiven kleinen Blüten, die lila, rosa oder weiß sein können, macht den Thymian auch als Beeteinfassung, in einem Staudenbeet oder als Duftrasen beliebt.

Thymian wächst schon lange nicht mehr nur in den trockenen Macchiawiesen Südeuropas und prägt dort das Landschaftsbild, sondern er hat mit seinen über 200 Arten ganz Mitteleuropa erobert. In unseren gemäßigten Breiten hat vor allem der Echte Thymian (Thymus vulgaris oder Römischer Thymian) seine Heimat gefunden. Dazu gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Sorten in besonderen Wuchs-, Duft- und Geschmacksrichtungen wie z. B. den Zitronenthymian, den hängenden Kaskadenthymian oder den Sandthymian.

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Taxonomisch gehört der Thymian zur Familie der Lippenblütler und ist mit den bekannten Kräutern Salbei, Rosmarin und Lavendel eng verwandt. Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen in den eingerollten kleinen Blättern regt die Verdauung an und macht mit Thymian zubereitete Gerichte leichter verdaulich.

Schon im Mittelalter wusste man von den vielen Vorzügen des Thymians; Das Würz- und Heilkraut wird seit dem 11. Jahrhundert auch im deutschsprachigen Raum angebaut. Man nimmt an, dass wandernde Mönche des Benediktinerordens den Thymian aus Italien mitbrachten. Die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen beschreibt im 12. Jahrhundert den Thymian in ihren Schriften als heilkräftiges Kraut – im Spätmittelalter schließlich war die Pflanze auch im deutschsprachigen Raum ein weit verbreitetes Heilmittel.

Bei den alten Ägyptern wurde die konservierende Wirkung des Thymians für die Vorbereitungen bei einer Mumifizierung genutzt. Im antiken Griechenland sowie im Römischen Reich wurde der Thymian als Heilkraut eingesetzt. Bekannte Autoren wie Plinius beschrieben die verschiedenen Nutzungs- und Zubereitungsarten. Römische Legionäre sollen Thymianbäder genommen haben, die ihnen Kraft und Stärke für die Schlacht verleihen sollten. Und nach dem Kampf kam die keimabtötende Wirkung des Thymians bei Verletzungen zum Einsatz.

Quellen:
gartenjournal, Zugriff am 01.02.2016
kräuter-verzeichnis, Zugriff am 01.02.2016

Frauendistel, Christi Krone oder Stechkraut – viele Namen für ein Heilkraut: die Mariendistel

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Zusammen mit Artischocke, Ringelblume und Kamille wird die Mariendistel botanisch in die Familie der Korbblütler eingeordnet. Besonders, wenn im Sommer die leuchtend-lilafarbenen Blüten zu sehen sind, ist die Verwandtschaft mit den Artischockengewächsen unverkennbar. Die ein- oder zweijährige Pflanze wird bis zu 150 Zentimeter hoch. Die Blätter der Mariendistel sind stachelig und in den Blattadern weiß marmoriert. Diese Marmorierung ist das typische Kennzeichen für die Mariendistel.

Die ursprüngliche Heimat der Mariendistel ist ganz Südeuropa mit Nordafrika, Kleinasien und sogar der Süden Russlands. Am liebsten wächst sie an sonnenbeschienenen Äckern und Wegrändern. In Deutschland und Österreich wird die Mariendistel als Heilpflanze kultiviert. Gesammelt werden Früchte und Kraut der alten Heilpflanze.

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Bereits im Mittelalter wurde die Mariendistel in Klostergärten angebaut. Ihren Namen verdankt sie der folgenden biblischen Legende: Auf der Flucht nach Ägypten wollte Maria ihr Kind stillen. Sie suchte Schutz unter dem Blätterdach der Mariendistel. Da beim Stillen einige Tropfen Milch auf die Blätter fielen wurde das Kraut gefleckt und gestreift.

Der griechische Arzt Dioskurides (gelebt 40 bis 90 nach Christus) erwähnte schon die Mariendistel als Heilpflanze. Paracelsus empfahl die Mariendistel schon gegen "Inneres stechen". Hildegard von Bingen empfiehlt die Mariendistel damals schon gegen Vergiftungen und Gelbsucht. Und der Arzt Johann Gottfried Rademacher (1772 bis 1850) entdeckte die Mariendistel als Heilpflanze zur Therapie von Lebererkrankungen. Sie wird heute noch als Schutzmittel für die Leber empfohlen, dies belegen auch wissenschaftliche Studien.

Der Hauptwirkstoff der Mariendistel-Früchte ist das Silymarin, das besonders konzentriert in der Fruchtschale enthalten ist. Da der Wirkstoff Silymarin nicht wasserlöslich ist, ist ein Tee bei Lebererkrankungen unwirksam. Die Mariendistel hat die Fähigkeit die Leber zu stärken, zu schützen und sogar zu entgiften.

Quellen:
Heilkräuter-Seiten, Zugriff am 23.08.2016
Dr-Gumpert, Zugriff am 23.08.2016

 
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